Reparaturen von »harten« Gegenständen

Gegenstände aus sehr harten und porenfreien Materialien wie Porzellan, Glas, Yixing Kanne, Tokoname, Banko u.Ä. sind im Prinzip nicht geeignet für Reparatur mit Urushi. Denn es gibt eine unabdingbare Voraussetzung, damit das Zusammenkleben von zerbrochenen Teilen mit Urushi gelingt: Urushi muss in die Poren der zu klebenden Materialien eindringen können. Andernfalls bleibt mir nichts anderes übrig, als einen anderen Klebstoff bzw. Zweikomponentenkleber (2K-Kleber) einzusetzen, der zwar nicht natürlich hergestellt ist aber in jedem Fall für eine solide Verbindung sorgt.

Nach dem Zusammenkleben mit 2K-Kleber ist der Reparaturprozess komplett identisch wie bei einer Reparatur, die nur mit Urushi durchgeführt wird. Ohne Ausnahme wird Urushi mehrfach – im Schnitt vier bis fünf Mal – auf gesamte Risse aufgetragen. Diese Schicht von Urushi ermöglicht überhaupt erst den Überzug mit Goldstaub. Und sie sorgt auch dafür, dass der synthetische Kleber nicht durchsickert.

Eine verlässliche wissenschaftliche Antwort darauf, ob ein auf diese Weise mit 2K-Kleber reparierter Gegenstand für die Gesundheit garantiert unbedenklich ist, habe ich leider nicht. Aber der Einsatz von 2K-Klebern bei Reparaturen von Gegenständen, die nur zur Dekoration dienen oder nicht an den Mund geführt werden, wird in der Regel von den Kunden akzeptiert. Aber wie ist es bei anderen »empfindlichen« Gebrauchsgegenständen wie Geschirr? – da scheiden sich die Geister. Deshalb frage ich bei Reparaturen von harten Gegenständen meine Kunden zuerst, ob sie eventuell auch den Einsatz von 2K-Klebern akzeptieren.

Leider ist es nicht möglich, bei Anfragen nur anhand von Bildern genau zu antworten, ob alles nur mit Urushi repariert werden kann. Auch hier gilt: Probieren geht über Studieren.